Was sind eigentlich Kryptowährungen?

Seit dem Aufkommen von Bitcoin vor 12 Jahren, oder zumindest seit dem Bullrun von 2017 und nun auch wieder heute, ist Bitcoin in aller Munde. Wie die Meisten auch wissen, ist Bitcoin nicht die einzige, aber wohl bekannteste Kryptowährung.

Was sind Kryptowährungen Titelbild

Aber was sind Kryptowährungen überhaupt und warum existieren sie?

Seit das Internet erfunden wurde, gab es eigentlich immer das gleiche Problem: Wie bezahlt man über das Internet?

In den 90er Jahren fingen die grossen Banken, Kreditkartenunternehmen etc. damit an, ihre Zahlungströme über das Internet abzuwickeln. So wurde es für die Konsumenten bald möglich, über das Netz Geld zu transferieren, oder aber in einem Onlineshop zu bezahlen.

Bei genauer Betrachtung fällt einem aber auf, dass der Konsument nicht wirklich über das Internet bezahlt. Er gibt lediglich seiner Bank die Anweisung Geld zu überweisen, oder er gibt einem Shop die Erlaubnis seine Kreditkarte zu belasten.

Der Zahlungsstrom findet somit nach wie vor “hinter den Kulissen” statt. Sprich die Banken kommunizieren unter einander und gleichen die Zahlungsströme ab. Der Konsument vertraut darauf, dass die Banken dies korrekt umsetzen und bezahlen dafür eine Transaktionsgebühr.

Entsprechend kam bald die Idee auf, dass ein Konsument direkt sein Geld, also sein “Bargeld”, an den Onlineshop überweisen können sollte. Problem ist aber nur: Bargeld ist nicht digital. Es bedarf also einer digitalen Form von Geld. Einer wirklich digitalen Form und nicht nur Buchgeld bei einer Bank.

Erst 2009 kam eine Lösung in Form von Bitcoin auf den Markt. Bitcoin ist die erste rein digitale Währung und kann über das Netz direkt zwischen einzelnen Personen getauscht werden. Hierbei bedarf es keiner Vertrauensinstanz in der Mitte mehr, sondern die Überweisung kommt garantiert an.

Ein Problem, so alt wie das Internet, scheint somit durch Bitcoin gelöst worden zu sein!

Selbstverständlich konnte Bitcoin nicht das ganze Problem lösen, weshalb seit dem Erscheinen von Bitcoin hunderte andere Kryptowährungen entstanden sind. Wie ihr die für euch passende Kryptowährung findet, lest ihr hier.

Was sind denn nun Kryptowährungen genau?

Kryptowährungen sind ein digitales Mittel, das nicht ohne Weiteres geändert werden kann. Man spricht zwar von Währungen, ob sie aber wirklich die Eigenschaft einer Währung haben, ist bei vielen nicht gewiss. Sie können jedoch als Zahlungsmittel verwendet werden.

Eine Kryptowährung selber besteht eigentlich nur aus einer immensen Anzahl von Brieftaschen (Wallets), auf welche die vorhandenen Münzen (Coins) verteilt sind. Weiter sind die Informationen, welche Brieftasche über wieviele Coins verfügt, nicht nur in der Brieftasche gespeichert, sondern auf zigtausenden Computern und Servern weltweit. Aufgrund der Verwendung von strengen kryptografischen Protokollen kann eine Coin nur aus einer Brieftasche weggehen, wenn der Halter des privaten Schlüssels der Brieftasche dem zustimmt.

Aus diesem Grund heissen diese neue Art von digitalen Währungen, Kryptowährungen: Sind sind derart stark verschlüsselt, so dass der Nutzer auf deren Funktionsfähigkeit vertrauen kann.

Die grundlegende Technologie hierfür ist die Blockchain.

Da die Wallets auf Computern, Smartphones etc. installiert und verwaltet werden können, ist es nun das erste Mal, seit der Erfindung des Internets, möglich, von seinem Computer her etwas zu bezahlen! Also mittels eines digitalen Elements, welches sich auf dem Computer befindet und nicht mit jenem auf einer Bank.

Vorteil der Blockchain gegenüber anderen Versuchen ist ebenfalls, dass sie dezentral organisiert ist. Das heisst, die Blockchain selber, die eigentlich ein Buchungsjournal ist, wird auf so vielen Comuptern wie möglich parallel gehalten. Durch einen regen Abgleich wird dann sichergestellt, dass nicht jemand einen Coin mehrfach ausgibt, oder aber die Blockchain als ganzer versucht zu kompromittieren.

Wie funktioniert eine Kryptowährung?

Jetzt da wir wissen, was eine Kryptowährung ist, bleibt natürlich die Frage: Wie sind sie nun genau konzipiert?

Blockchain

Die Blockchain selber ist wie erwähnt, eine Ansammlung von Algorithmen, welche bei sämtlichen Kryptowährungen zum Einsatz kommt. In der Basis ist die Blockchain ein Buchhaltungsjournal, das Online auf unzähligen Servern gleichzeitig geführt wird.

Wird einmal eine Buchung (Transaktion) in das Journal aufgenommen, kann sie nicht mehr gelöscht, oder verändert werden.

Der Name Blockchain führt daher, dass immer mehrere Transaktionen zusammen zu einem Block genommen werden, der dann an die Blockchain (Chain = Kette) angehängt wird. Ein neuer Block referenziert hierbei immer auf den vorhergehenden. Sprich, wenn ein Block zuvor geändert wird, würde ein späterer Block nicht mehr dazu passen. Dies führt zu einer Unveränderlichkeit der Blockchain an sich.

Transaktion

Jede Operation innerhalb der Blockchain wird als Transaktion bezeichnet. Sprich, wenn jemand seine Bitcoin zu einer andere Brieftasche transferiert, entsteht eine Transaktion. Diese Transaktion wird auf der Blockchain gespeichert und ist sie einmal verarbeitet, kann sie jedermann einsehen.

Eine Transaktion besteht immer aus einer Ursprungs-, sowie einer Zieladresse und auch der Menge an Bitcoin, die transferiert werden. Ein Transaktion wird als Hash-Wert in der Blockchain ausgewiesen und können so eingesehen werden. (Beispieltransaktion).

Mehrere Transaktionen (Hashes) zusammen ergeben dann einen Block, der “gemint” (Bitcoin), oder “gestakt” (Ethereum 2.0) werden muss, damit er der Blockchain angefügt werden kann.

Mining/Staking

In der ursprünglichen Idee der Blockchain, also auch bei Bitcoin, müssen Transaktionen durch den Einsatz von Rechenleistung validiert werden. Hierbei werden komplexe Rechenaufgaben gelöst, wodurch neue Blöcke generiert werden können. Die ganze Thematik kann hier kaum erläutert werden, da sie den Umfang dieses Beitrages deutlich sprengen würde. Wichtig zu verstehen ist jedoch, dass der Aufwand für die Lösung dieser Aufgaben immer höher wird, weshalb heute ausschliesslich grosse Serverfarmen hierzu eingesetzt werden.

Jeder der beim Minig mitwirkt und so einen neuen Block erstellt, erhält hierfür dann eine Belohnung in Form von Bitcoin. Dieses Verfahren wird als Proof-of-Work bezeichnet, was daraufhin deutet, dass durch die Arbeit einer Person/Servers die Aufgabe bewältigt wird.

Ein anderer Ansatz, welcher neu aufkommt, ist der Proof-of-Stake. Dieser wird unter anderem bei Ethereum 2.0, oder Polkadot eingesetzt. Hierbei geht es nicht mehr darum, dass eine Person den Proof-of-Work (Beweis der Arbeit) leistet, sondern, dass eine grosse Anzahl von Personen zusammen den Beweis erbringen. Hierzu kann beinahe jeder Comupter beisteuern, in dem er beim Staking (Anteil schaffen) mitwirkt. Einzelne Transaktionen werden im Staking-Prozess unter tausenden von Teilnehmern validiert und wenn für gut befunden, in die Blockchain aufgenommen. Jeder einzelne Theilnemer wird dann entsprechend für seine Teilnahme belohnt. Die Blohnung fällt aber natürlich deutlich kleiner aus als beim Proof-of-Work. Dafür ist aber die Einstiegshürde deutlich geringer.

Wallet - Brieftasche

Wie eine physische Brieftasche, in welchen Banknoten oder Münzen aufbewahrt werden, werden in Kryptowallets Krypotwährungen aufbewahrt.

Eine Wallet an sich ist technisch gesehen, eine Adresse bestehend aus einer langen Folge von Zeichen. Zudem besitzt jede Wallet einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel, welche dem Besitzer Zugriff auf diese Wallet gewährt.

Will jemand auf eine Wallet einzahlen, muss er den öffentlichen Schlüssel kennen. Will er von einer Wallet aus bezahlen, muss er den privaten Schlüssel kennen. Sprich, die Wallet an sich ist nur ein technischer Schlüssel, welcher durch eine Applikation auf einem Gerät genutzt werden kann.

Für den Anfänger mag dies ziemlich komplex klingen. In der Praxis ist es aber sehr einfach. Es gibt unzählige Wallets, welche man auf seinem Computer, oder Smartphone installieren und eine neue Walletadresse einrichten kann.

Im Gegensatz zur Anfangszeit ist es nun sehr viel einfacher geworden, ein Backup (Sicherung) seiner Wallet zu erstellen. Wenn man früher den privaten Schlüssel verloren hat, waren die Bitcoins für immer verloren. Dem kann man heute entgegen wirken.

Neben den eigentlichen Software-Wallets, welche auf einem Computer, oder Smartphone laufen, gibt es auch Hardware-Wallets. Dies sind meistens USB-Sticks, mit speziellen Programmen, auf denen die privaten Schlüssel gespeichert sind. Auf diese kann nicht einfach so zugegriffen werden. Die Verwendung eines Hardwarewallets ist klar zu empfehlen, da hierdurch die Sicherheit der Aufbewahrung klar erhöht wird.

Besitz der Kryptowährung

Wie erwähnt, befinden sich die Coins auf der Blockchain und können über den privaten Schlüssel einer Wallet versendet werden. Das heisst somit direkt, dass die Person, welche den Schlüssel in seinen Händen hält, auch Besitzer des Coins ist.

Zu Beginn von Bitcoin war dieses Thema sehr zentral, da vielen OnlineBörsen nicht vertraut wurde. Diese verfügen im Endeffekt über die privaten Schlüssel ihrer Kunden und könnten diese auch verwenden. Dies ist zwar noch heute so, aber aufgrund diverser Regulierungen wurde dies entschärft.

Aber natürlich ist es immer noch am deutlichsten, dass nur wenn man die Coins in seiner eigenen Wallet hat, man diese auch wirklich besitzt. Es ist natürlich nicht zu erwarten, aber es wird sicherlich ein sehr komplexer Prozess, sollte ein renommierter Kryptohändler mal Konkurs anmelden müssen. Ob dann die Kunden ihre Coins zurück erhalten, kann heute nicht beantwortet werden.

Zusammenfassung

Ich hoffe, mit diesem Artikel konnte ich euch einen guten Überblick über das Thema Kryptowährungen vermitteln. Die Thematik ist sehr komplex, weshalb die Durchdringung in der Bevölkerung auch noch nicht soweit fortgeschritten ist. Ich hoffe aber, hiermit ein wenig Hilfe leisten zu können, damit sich mehr Menschen mit dem Thema befassen und sich vielleicht sogar eine Investition überlegen.

Wollt ihr noch mehr über ein gewisses Thema wissen? Dann gebt mir Bescheid!

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Roland Strasser

Roland Strasser

Schmeisst man Wirtschaft, IT und Realismus in einen Topf, komme ich heraus. Cryptofan mit gesunder Skepsis zum Trend, aber langfristig mit klarer bullisher Tendenz!
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Roland Strasser

Der KryptOhr

Kryptowährungen sollte jeder kennen!

Für mich zählen Kryptowährungen zu einem der wichtigsten Faktoren der heutigen Zeit. Hiervon sollten alle profitieren können. Mit diesem Blog versuche ich verschiedenste Themen aus diesem Gebiet einfach und für jeden verständlich darzustellen.

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