Unterschied zwischen Coins und Token verstehen

Als ich das erste Mal von Kryptowährungen hörte, gab es eigentlich nur Bitcoin. Das war irgendwie klar, dass Bitcoin eine Kryptowährung ist und auf einer Blockchain zu Hause ist. Bald kamen andere hinzu und irgendwann dann auch Ethereum. Und plötzlich kamen Coins ins Spiel, die irgendwie gar keine Blockchain hatten. Da war ich erstmal ziemlich verwirrt…

In diesem Beitrag möchte ich darauf eingehen, was eigentlich Coins und Tokens genau sind. Mitlerweile gibt es eine riesige Menge an Coins und noch mehr Tokens. Da fehlt einem schnell der Überblick. Aber damit man überhaupt verstehen kann, was einzelne Kryptowährungen überhaupt machen, muss man erst einmal verstehen, was eine Coin und was ein Token ist. Fälschlicherweise werden Tokens oft auch als Coin bezeichnet. Das ist aber fundamental falsch!

Mit Bitcoin kamen die Coins

Eigentlich ist die Definition einer Coin ziemlich einfach. Am Beispiel von Bitcoin lässt sich dies gut erläutern:

Bitcoin war die erste Coin, die überhaupt je erschaffen wurde. Und damit es die Coin gab, benötigt es eine Blockchain, welche unabhängig ist und für sich selber diese Bitcoin generieren kann.

Somit definiert sich der Bitcoin als Coin, da er über eine eigene, für sich selbst erschaffene Blockchain verfügt.

Im Umkehrschluss heisst das auch, dass wenn immer eine neue Coin erstellt wird, es auch eine neue Blockchain dafür benötigt. Die Blockchain ist dann wiederum selbstständig und selbst verwaltet.

Ein weiteres Beispiel einer Coins, ist Ethereum. Es gibt die Ethereum Blockchain, welche den Coin Ethereum (ETH) als heimischer Coin für die Verrichtung von Arbeiten benutzt. 

Zusammengefasst heisst dies also: Wo es einen Coin gibt, gibt es auch eine für ihn designte Blockchain.

Heute gibt es alleine auf coinmarketcap.com über 1’000 Coins, die aufgeführt sind. Alle diese Coins verfügen über eine eigene Blockchain, welche auf eigenen Servern, Computern etc. installiert ist und entsprechend läuft.

Die meisten dieser Coins sind natürlich nicht wirklich etwas wert. Nur ca. 350 dieser Coins haben eine Marktkapitalisierung von über $ 1 Mio. Andere sind wohl eher als Ideen, oder nicht als kommerzielle Projekte zu verstehen.

Was sind eigentlich Altcoins?

Der Terminus Altcoin habt ihr möglicherweise auch bereits gehört. Dieser kursiert hauptsächlich deshalb, damit Bitcoin von den anderen Kryptowährungen getrennt werden kann.

Da Bitcoin die erste und auch wertvollste Kryptowährung ist, wird sie gerne als Eigenständig betrachtet.

Alle anderen Kryptowährungen zusammen ergeben dann die Altcoins. Sprich die Restcoins. Der Terminus kann auch ein wenig abwertend aufgenommen werden, da er häufig von Leuten verwendet wird, für welche Bitcoin die einzige wirklich Kryptowährung ist.

Tokens nisten sich ein

Die Definition von Tokens ist dann eigentlich einfach: Alles, was keine Coin ist und somit keine eigene Blockchain hat, ist ein Token.

Das klingt natürlich erst verwirrend, da Kryptowährungen und Blockchain ja irgendwie miteinander verbunden sind. Trotzdem sind Tokens Kryptowährungen, die über keine eigene Blockchain verfügen.

Wichtig hierbei ist zu verstehen, dass nicht alle Blockchains vom gleichen Typ sind. Die Bitcoin Blockchain ist zum Beispiel nur dafür geschaffen, den Besitz von Bitcoin zu regeln. Sprich es ist ein Buchhaltungsjournal für den Bitcoin.

Ethereum dagegen, ist eine Blockchain für “Smart Contracts”. Das heisst, auf der Ethereum Blockchain können Verträge programmiert werden, welche einerseits gespeichert und andererseits ausgeführt werden.

Und hier kommen nun die Token ins Spiel. Kreiert jemanden einen Smart Contract, also ein Programm auf Ethereum, kann er einen Token generieren, mit welchem andere User den Vertrag nutzen können. Dieser Token ist ebenfalls innerhalb der Ethereum Blockchain vorhanden und kann gegen andere Token, oder Ethereum getauscht werden.

Der Token selber kann aber nur innerhalb der Funktionalitäten dieses Smart Contracts genutzt werden. Ein Token kann somit eher als Gutschein angesehen werden, anstelle einer Währung, mit welchem eine bestimmt Dienstleistung beansprucht, Tätigkeit ausgeführt, oder etwas anderes getätigt werden kann. Dies ist dann jeweils gemäss dem Smart Contract des Tokens definiert.

Das klingt sehr komplex. Aber wichtig zu verstehen ist, dass Token über keine eigene Blockchain verfügen, sondern auf einer anderen Blockchain laufen. Bekannte Blockchains auf welchen Tokens genutzt werden, sind zum Beispiel Ethereum, Cardano, oder Neo.

Kreierung von Tokens

Ihr habt sicherlich bereits gehört, dass die Erstellung von neuen Bitcoins äusserst aufwändig ist und es ein Maximum gibt. Bei Tokens kann das ganz anders sein.

Wenn ein Entwickler einen neuen Smart Contract erstellt, kann er einfach definieren wie viele Tokens er möchte. So kann er zum Beispiel bei der Erstellung definieren, er möchte 100 Milliarden Tokens haben. Das ist in keiner Weise ein Problem.

So entstehen dann auch die meisten ICO’s (Initial Coins Offering): Der Erfinder/Besitzer erstellt eine beliebige Anzahl an Tokens und verkauft diese dann Interessenten gegen Zahlungen in zum Beispiel Ethereum. 

Ebenfalls kann der Smart Contract so programmiert werden, dass immer wieder neue Tokens erstellt werden können (USDT), oder aber dass stetig neue Tokens kreiert werden, oder sogar automatisch immer wieder verschwinden.

Je nach Definition und Nutzung eines Tokens, kann die Erstellung davon somit unterschiedlich sein. Theoretisch könnte auch ein Smart Contract erstellt werden mit 1000 Tokens und jede Stunde verschwindet einer, bis es keine mehr gibt.

ERC20 Token

Falls ihr schon einmal über den Terminus ERC20 Token gestolpert seid und nicht was dies ist: ERC20 definiert einen Standard, nachdem Tokens auf Ethereum erstellt werden sollten. Dies vereinfacht die Erstellung neuer Tokens und vereinfacht die Interaktion der Tokens unter einander.

Unterschiedliche Arten von Tokens

Wie erwähnt gibt es bereits tausende unterschiedliche Tokens. Da verliert man schnell den Überblick und weiss gar nicht, was ein Token eigentlich kann.

Entsprechend versucht man nun Tokens in unterschiedliche Arten einzuteilen, damit man sie schneller verstehen kann.

Eine klare finale Auflistung von Tokenarten ist eigentlich nicht möglich, da die möglichen UseCases ziemlich unendlich sind. Aber folgende vier Unterscheidungen sind bekannt und werden häufig genutzt:

Equity Token

Es kann zum Beispiel für ein physisches Gut ein virtueller Token erstellt werden, welcher dieses Gut in der Blockchain repräsentiert. So könnte zum Beispiel eine Uhr als Token repräsentiert werden. Der Besitzer des Tokens wäre dann auch der Besitzer dieser Uhr.

Security Token

Mit Security Token ist in keiner Weise etwas zu verstehen, das mit Sicherheit vor Gefahren zu tun hat. Hierbei ist mehr der finanzielle Aspekt gemeint. Zum Beispiel kann ein Token als Aktie dienen, worauf Investoren einen Profit erwarten.

Utility Token

Solche Tokens sind Applikationstokens, welche genutzt werden, um eine bestimmte Applikation zu nutzen. Diese sind tendenziell nicht endlich, sondern sind stark vermehrbar. Ein Beispiel ist der BAT-Token, mit welchem im Browser Brave Werbeinnahmen verdient und bezahlt werden kann.

Payment Tokens

Mit solchen Tokens sollen einfach Transaktionen abgewickelt werden können. Ein bekanntes Beispiel ist der Tether (USDT). Ein Stablecoin zum Kauf und Verkauf von Gütern im Internet, der mehr oder weniger gleich viel Wert hat wie ein USD.

Die wichtigsten Unterschiede

Wie erwähnt ist der grösste Unterschied, dass Coins über eine eigene Blockchain verfügen. Aber es ist auch so, dass Coins immer nur über Drittsysteme getauscht werden können. Das heisst, wenn ich meine Bitcoins in Ethereum tauschen möchte, muss ich das über eine Börse tun, oder aber meine Bitcoins verkaufen und dann Ethereum kaufen.

Bei Tokens ist das nicht zwingend so. Sofern zwei Tokens auf der gleichen Blockchain laufen, zum Beispiel Ethereum, können diese Token direkt getauscht werden. Das führt dazu, dass weniger Gas-Kosten (Transaktionskosten bei Ethereum) entstehen, da nur eine Transaktion nötig ist.

Nichtsdestotrotz ist aber der Handel von Tokens über Drittsysteme trotzdem möglich. So kann zum Beispiel direkt CHF in USDT getauscht werden.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Handhabung der Wallets und der Coins, sowie Tokens. Tendenziell benötigt jede Coin eine eigene Wallet, welche mit ihrer Blockchain interagieren kann.

Bei den Token ist dies anders. Denn mit zum Beispiel einer Ethereum Wallet können sämtliche Tokens gehalten werden, welche auf Ethereum laufen. Dies vereinfacht so natürlich deren Management deutlich. Vor allem auch hinsichtlich des Speicherns der Passphrasen. So muss nur eine Passphrase gespeichert werden, um alle Ethereum Tokens zu sichern.

Zusammenfassung

Coins und Tokens sind beides Kryptowährungen, welche sich vor allem darin unterscheiden, dass Token keine eigene Blockchain haben. Sprich sie nutzen die bestehende Infrastruktur einer anderen Kryptowährung.

Dies hat natürlich den Vorteil, dass sie viel einfacher zu erstellen und zu unterhalten sind. Aus diesem Grund hat die Anzahl der Token in den letzten Jahren, gegenüber en Coins, auch entsprechend zugenommen.

Natürlich macht es einen Investitionsentscheid nicht einfach, wenn noch dieser Aspekt in die Beurteilung einfliessen muss. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass wenn man in einen Token investiert, der auf Ethereum läuft, man auch von der Plattform Ethereum selber überzeugt sein sollte.

Denn sollte dann Ethereum ein Problem entwickeln, oder aber an Bedeutung verlieren, so würde dieses Problem auch den Token betreffen. Coins im Gegensatz sind hierbei unabhängiger. Aber sie verfügen über kein Ecosystem, an dem sie sich andocken können.

Falls ihr euch noch etwas genauer über Token und Coin informieren wollt, empfehle ich euch coinmarketcap.com. Dort könnt ihr in der Liste einen Filter setzten und zwischen Coins und Tokens unterscheiden. Auch sind bei den Tokens die jeweiligen UseCases kurz beschrieben.

Reichen euch diese Erläuterungen zu den Unterschieden? Lasst es mich wissen!

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Roland Strasser

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Schmeisst man Wirtschaft, IT und Realismus in einen Topf, komme ich heraus. Cryptofan mit gesunder Skepsis zum Trend, aber langfristig mit klarer bullisher Tendenz!
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