Gebühren bei ETH und BTC verstehen

Das Interesse an der Welt der Kryptowährungen hat zugenommen. Bitcoin und Ethereum, oder BTC bzw. ETH, sind die beiden Top-Kryptowährungen der Welt, und über sie laufen die höchsten Transaktionsvolumen.

Allerdings haben diese Transaktionen ihren Preis. Die Transaktionsgebühr, die mit solchen Zahlungen verbunden ist, ist oft hoch, manchmal sogar so hoch wie die Zahlung, die durchgeführt wird. Also, wie gut bist du über diese Transaktionsgebühren informiert?

In diesem Artikel möchte ich den Gebühren etwas auf den Grund gehen und erläutern, weshalb sie teilweise sehr hoch sind.

Blogbild Transaktionskosten

Was sind Transaktionsgebühren?

Sowohl Bitcoin als auch Ethereum sind Kryptowährungen, die nur in begrenzter Stückzahl verfügbar sind. Ihre Knappheit ist es, die sie wertvoll machen. Wenn eine Transaktion mit diesen Coins durchgeführt wird, werden sie in den Mempool geschickt – eine Liste mit ausstehenden Transaktionen. Diese Transaktionen werden dann erst gültig, wenn sie zu einem Block hinzugefügt werden.

Diese Blöcke werden von Leuten erstellt, die „Miner“ genannt werden. Miner lösen mathematische Probleme, die Rechenleistung, Zeit und Ressourcen erfordern. Sobald diese gelöst sind, wird die Transaktion validiert und zu einem Block hinzugefügt. Dieser Block wird dann der Blockchain angehängt.

Um sicherzustellen, dass die Blockchain über alle Benutzer hinweg synchronisiert ist, werden BTC-Transaktionen alle 10 Minuten gemined (von den Minern), während Ethereum-Transaktionen alle 10 bis 19 Sekunden gemined werden.

Was liegt eigentlich für die Miner drin?

Miner werden durch eine Gebühr incentiviert, die sie für die Validierung der Transaktion erhalten. Dies geschieht derzeit über ein Auktionssystem. Die Miner können aus den Transaktionen im Mempool frei wählen, so dass sie Transaktionen mit höheren Gebühren bevorzugen. Dies gibt Transaktionen mit höheren Geboten im Wesentlichen Vorrang in der Warteschlange.

Die Wallet, in der eine Transaktion erfasst wird, schlägt normalerweise die Transaktionsgebühr vor. In den meisten Wallets können der User sein eigenes Gebot abgeben, aber wenn es im Vergleich zum Schwellenwert des Miners zu niedrig ist, besteht die Möglichkeit, dass Ihre Transaktion verzögert oder sogar abgelehnt wird.

Wie Bitcoin-Transaktionsgebühren geschätzt werden

Bei Bitcoin werden die Transaktionsgebühren normalerweise anhand der Daten berechnet, die zu einer Transaktion beitragen. Viele Nutzer sind sich einig, dass die ideale Transaktionsgebühr bei 0,0001 BTC pro 1000 Byte Daten liegt. 

Die meisten Wallets bieten der User die Möglichkeit, zwischen „niedrigen“, „mittleren“ und “hohen” Transaktionskosten zu wählen. Obwohl die Transaktionsgebühr freiwillig ist, sind die meisten Benutzer bereit zu bezahlen, um ihre Transaktion zu priorisieren. Da der durchschnittliche Wert von Bitcoin viel höher ist als der von Ethereum, sind auch die Transaktionsgebühren normalerweise höher.

Die schnelle und günstige Gebühr beträgt in der Regel 102 Satoshi pro Byte an Daten. Satoshi bezieht sich hier auf 0,000000001 BTC. Dies bestimmt in gewissem Maße auch die Verzögerung, d.h. die Anzahl der Blöcke, die die Transaktion zur Bestätigung benötigt.

Die Größe einer Transaktion hängt von der Anzahl der Eingaben ab, die von Ihrer Bitcoin-Wallet benötigt werden, nicht von der Zahlung als solcher. Wenn du z.B. 1 BTC von einer Person erhältst und diese dann an eine andere Person sendest, sind weniger Eingaben erforderlich, als wenn du vier Transaktionen von 0,25 BTC kombinierst.

Da die ideale Grösse eines Blockes bei 1.000.000 Bytes liegt, spielt auch die Netzwerküberlastung eine große Rolle bei den Transaktionsgebühren.

Transaktionskosten bei Bitcoin sind somit abhängig von der Menge der Daten (Bytes), die eine Transaktion umfasst und dem Betrag, der pro Byte bezahlt wird. Je mehr Bytes eine Transaktion somit hat, desto teurer kann sie werden.

Bitcoin Transaktion

Auf blockchain.com kann man gut Transaktionen prüfen und sieht so, über wie viele Bytes eine Transaktion verfügt und entsprechend kostet.

Ethereum-Preise und wie sie funktionieren

Die Transaktionsgebühren für Ethereum-Transaktionen werden als Gaspreise bezeichnet. Sie funktionieren ähnlich wie die Transaktionsgebühren von Bitcoin. Es ist der Anreiz, den du einem Miner gibst, damit er deine Transaktion bevorzugt behandelt. Je höher die Transaktionsgebühr ist, desto höher sind die Chancen, dass Ihre Zahlung schnell validiert wird.

Gas ist eine Einheit, die den Rechenaufwand misst, den ein Miner aufwenden muss, um die fraglichen Operationen eines Smart Contracts auszuführen. Mit Operationen sind hier die eigentlichen Rechenaufgaben wie Addition, Subtraktion etc. gemeint.

Das liegt daran, dass jede Codezeile im Smart Contract für Ethereum eine bestimmte Menge an Gas zum Rechnen benötigt. Die Operationen müssen Gas für die Daten und deren Berechnung bereitstellen.

Das Gaslimit ist die Menge an Gas, die ein Benutzer bereit ist, auszugeben, und die von den meisten Softwares, die für die Übertragung einer Ethereum-Transaktion verwendet werden, automatisch geschätzt wird. Du kannst die Höhe ändern, läufst aber Gefahr, dass das Gas ausgeht und die Transaktion abgelehnt wird. Wenn du mehr Gas zur Verfügung stellst als benötigt, wird dir der Rest zurückerstattet.

Die Gesamtkosten einer Ethereum-Transaktion werden als Produkt aus der tatsächlich benötigten Gasmenge und dem GWei-Preis pro Gaseinheit berechnet, der die Obergrenze darstellt. Ein GWei ist eine kleine Einheit von Ether, welche für die Berechnung des Gaskosten benutzt wird. Ein GWei entspricht 0.000000001, oder 10^-9 Ether.

Etherscan Gastracker

Analog zu Bitcoin können auf Ethereum Transaktionen genau geprüft werden. Auf etherscan.io kannman alle Transaktionen und somit Transaktionsksten einsehen. Um die aktuellen bezahlten Kosten schätzen zu können, gibt es auf etherscan.io auch einen Gastracker. Dieser zeigt an, wie viel GWei aktuell User bereit sind zu bezahlen. Bezahlst du bei einer Transaktion somit weniger GWei, wird es schwierig, dass deine Transaktion ausgeführt wird.

Wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt, können auf Ethereum diverse Tokens geswappt werden. Hierbei ist immer zu beachten, dass bei einem Swap von zwei Tokens, diese meist nicht direkt getauscht werden, sondern erst in ETH zurück getauscht werden. Erst danach wird der neue Token gekauft. Hierdurch entstehen somit bei Swaps häufig doppelte Transaktionsgebühren.

Warum Bitcoin und Ethereum hohe Transaktionskosten haben

Die Preise von Kryptowährungen machen seit einer Weile Schlagzeilen. Ihre Preise erreichen Höchststände, aber die Transaktionskosten, die mit Bitcoin und Ethereum verbunden sind, sind ebenfalls ziemlich hoch. Krypto-Händler, die eine Plattform verwenden, müssen hohe Transaktionskosten zahlen, wenn sie Geld an eine externe Ethereum- oder Bitcoin-Adresse überweisen. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Transaktionskosten im Laufe der Zeit weiter steigen werden. Macht das die Transaktionen unpraktikabel?

Warum also sind die Transaktionskosten für Bitcoin und Ethereum so hoch? Was sind sie wert, und warum ist die Transaktion teuer?

Die Art des Netzwerks

Bitcoin und Ethereum arbeiten als dezentrales Netzwerk. Das bedeutet, dass sie im Gegensatz zu zentralisierten Währungen nicht von einer Zentralbank kontrolliert werden. Dadurch werden Inflation oder Transaktionen dezentralisiert. Jeder Benutzer fungiert als Benutzer und Netzwerküberwacher. Denn während die Nutzer über Transaktionen Dateien austauschen, füttern sie auch weiterhin den Block.

Dies führt dazu, dass Transaktionen fälschungssicher (dezentral) sind, aber der Aufwand entsprechend höher sein kann, damit eine Transaktion verarbeitet wird.

Es gibt drei Hauptfaktoren, die miteinander verknüpft sind und die Transaktionskosten erheblich erhöhen.

Miner-Kosten

Neue Transaktionen in Bitcoin und Ethereum werden von denjenigen durchgeführt, die „minen“. Das bedeutet, dass Nutzer ihre Ressourcen nutzen, um mathematische Probleme zu lösen, um mit der Kryptowährung belohnt zu werden. Sie gruppieren die erstellten Transaktionen in Gruppen, die oft „Blöcke“ genannt werden und fügen diese dann in die mit Ethereum oder Bitcoin verbundene Blockchain ein.

Sie fragen sich, warum die Leute das tun sollten? Das liegt daran, dass Miner in Bitcoin oder Ethereum bezahlt werden. Sie sind wertvoll, weil die Anzahl der Kryptocoins knapp ist.

Eine andere Möglichkeit, Miner zu belohnen, ist, ihnen eine Gebühr für das Mining zu zahlen. Diese Gebühr ist normalerweise in der Transaktionsgebühr enthalten.

Das Ziel besteht darin, die Miner dazu zu bringen, das Hauptbuch oder die Blockchain zu bewirtschaften.

Für diesen Vorgang gibt es keine feste Gebühr. Sie können sie je nach Ihrer Wahl anbieten. Zurzeit findet dieser Vorgang im Auktionsverfahren statt, was einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Gebühren hat.

Blockgröße und Zeitbeschränkung

Damit Bitcoin und Ethereum ein dezentrales Netzwerk haben, müssen mehrere Miner die Möglichkeit haben, Blöcke zu erstellen. Bei großen Blöcken hätten nur ausgewählte Miner mit hoher Rechenleistung die Möglichkeit, alle Transaktionen zu minen und den großen Block in die Blockchain einzufügen.

Dies schließt die meisten kleinen Miner aus und impliziert die Kontrolle durch eine Gruppe, was der dezentralen Natur der Kryptowährungen widerspricht.

Aus diesem Grund wird eine begrenzte Blockgröße ermöglicht. Ein neuer Block kann bei Bitcoins erst nach einer Zeitspanne von 10 Minuten erzeugt werden, um eine Synchronisation mit allen Marktteilnehmern zu ermöglichen. Ähnlich kann bei Ethereum jeder neue Block im Durchschnitt alle 15 Sekunden gemined werden, obwohl es normalerweise zwischen 10 und 19 Sekunden sein kann. Das bedeutet, dass jeder Block eine Zeitspanne benötigt, um ordnungsgemäß ausgeführt und in der Blockchain registriert zu werden.

Hierdurch entsteht somit eine künstliche Verknappung der potentiellen Möglichkeiten. Sprich das Angebot an zu verarbeitenden Transaktionen wird limitiert.

Nachfrage

Mit den Größen- und Zeitbeschränkungen gibt es eine Beschränkung der Anzahl von Transaktionen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden können. Mit der Nachfrage nach mehr Bitcoin- und Ethereum-Transaktionen gibt es eine hohe Anzahl von Transaktionen, die darauf warten, als Teil des Blocks bestätigt oder sogar als gültig betrachtet zu werden.

Das bedeutet, dass die Miner die Wahl haben, welche Transaktionen sie durchführen wollen. Wenn sie diese Wahl haben, ist es offensichtlich, dass sie diejenigen mit höheren Transaktionsgebühren wählen, um sie in den Block aufzunehmen.

Eine höhere Transaktionsgebühr bringt dich auf einen höheren Rang in Bezug auf die Transaktionen, die durchgeführt werden.

Die meisten Transaktionsseiten oder Wallets legen die Transaktionsgebühren im Voraus fest, anstatt dich entscheiden zu lassen, weil sie den Minern attraktive Transaktionsgebühren anbieten und damit sicherstellen wollen, dass deine Transaktion nicht lange auf Eis gelegt wird.

Da mehrere Ethereum- und Bitcoin-Transaktionen gegeneinander konkurrieren, sorgen die hohen Transaktionsgebühren dafür, dass das Netzwerk Ihre Nachfrage schnell berücksichtigt.

Insgesamt kann also gesagt werden, dass aufgrund der Architektur der Blockchains die Anzahl der möglichen Transaktionen begrenzt sind. Und wenn zu einem Zeitpunkt eine erhöhte Nachfrage nach Transaktionen vorhanden ist, die User sich gegenseitig überbieten, damit ihre Transaktion ausgeführt wird. Dies kann zu einer Preisspirale führen, welche die Gebühren massiv in die Höhe treibt.

Zusammenfassung

Transaktionsgebühren sind bei richtig dezentralisierten Blockchains nötig, damit Transaktionen von Minern verarbeitet werden. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage und der stetig steigenden Anzahl an Transaktionen, führt dies leider dazu, dass die Miner mehr und mehr für die Verarbeitung der Transaktionen verlangen können.

Hierdurch entstehen stetig steigende Transaktionskosten, was vor allem bei hohen Handelsvolumen zu argen Problemen führen kann.

Andere Lösungen werden getestet, um Transaktionen mit tieferen Gebühren durchzuführen, ohne die Dezentralisierung zu gefährden, aber im Moment ist dies das System, das am besten funktioniert.

Auch ist wichtig zu verstehen, dass die hohen Transaktionskosten dazu führen, dass konkurrierende Blockchains vermehrt Platz auf dem Markt einnehmen. Vor allem Ethereum wird zurzeit von diversen Seiten unter Druck gesetzt, was hauptsächlich mit dessen hohen Transaktionsgebühren zu tun hat.

Gelingt es Ethereum somit in naher Zukunft nicht die Gebühren zu senken, droht der Verlust der Marktdominanz im Smart Contract Bereich.

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Roland Strasser

Roland Strasser

Schmeisst man Wirtschaft, IT und Realismus in einen Topf, komme ich heraus. Cryptofan mit gesunder Skepsis zum Trend, aber langfristig mit klarer bullisher Tendenz!
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Roland Strasser

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